Advance Wars: Dark Conflict - [NDS] - [7/10P]

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Advance Wars: Dark Conflict - [NDS] - [7/10P]

Beitragvon Antimatzist » Mi 6. Okt 2010, 21:07

Ah, Advance Wars. Der erste Teil müsste vielen eigentlich bekannt sein, hatte das Genre der TBS (turn-based strategy) auf Handheldsystemen doch immer einen gewissen Exotenstatus und kam meist nur in Taktik-RPGs vor. Advance Wars (welches schon Jahre vorher aufm dem Famicon erste Schritte machte) ist einer der prominentesten Vertreter und brachte es auf insgesamt drei Fortsetzungen.
Advance Wars: Dark Conflict (AW: DC) ist nun der vierte Teil und erscheint dem treuen AW-Fan erst einmal ungewohnt. Die ersten drei Teile bauten quasi aufeinander auf und spielten auf dem selben Kontinent, AW: DC jedoch spielt in einer ganz anderen Welt und ist inhaltlich nicht mit den Vorgängern verknüpft. Auch graphisch und atmosphärisch ging man andere Weg. Aber eins nach dem anderen...

- Story -
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Ok, irgendwas läuft jetzt echt falsch...


Das Jahr XXXX auf dem Planeten YZ: Ein riesiger Schwarm Meteoriten schlägt auf die Erde auf und zerstört dabei die Zivilisation, die wir kennen. Nur 10% der Weltbevölkerung überlebten und jeder versucht, durchzukommen. Ed, ein 17jähriger Militärkadett, überlebt als einziger seiner Schule und wird von den unabhängigen Truppen unter der Führung des freundlichen O'Brian gerettet. Von nun an gehen sie gemeinsame Wege und finden immer mehr Überlebende, darunter auch die junge Cattleya, die unter Gedächtnisschwund leidet. Jedoch scheint jede Hoffnung verloren: Die Überreste der beiden ehemaligen Supermächte führen immer noch Krieg, eine seltsame Krankheit bricht aus und überhaupt: ist die Menschheit noch zu retten?[/CENTER]

So ungefähr präsentiert sich die Story und, nunja, das war es. Die Charaktere sind zweckmäßig und nicht zu tief: Ed ist der junge, optimistische Militärkadett der für seine Überzeugungen einsteht, O'Brian der kriegserfahrene, aber trotzdem philantropische Anführer, der General der eigentlich befreundeten Truppen ein arroganter, brutaler Nationalist usw. Das Spiel strotzt nur so vor Stereotypen, aber die Story ist bei so einem Spiel meist eh nicht der Hauptfokus. Überraschende Wendungen gibt es kaum, aber die Story motiviert immer grad noch so, dass man wissen will, wie es weitergeht. Gut gefällt mir auch, dass Ed, obwohl er der Hauptprotagonist ist, nicht ein Wunderkind ist, was erfahrenen Generälen urplötzlich haushoch überlegen ist, sondern auch er muss erst seinen Platz in der Armee finden.

Das Spiel hat auch einen eher dunklen Unterton und man merkt schnell, wie sch***e Menschen sein können... Alles in allem würde ich sagen, die Story ist ok. Sie ist nicht zu stumpf und durchschaubar, aber keine Offenbarung.

- Graphik -
Die Geschichte wird vor und nach Kämpfen in Form von Dialogen erzählt. Hierbei sieht man links und rechts immer Charakterportraits und im Hintergrund ein Bild. Nicht spektakulär? Stimmt. Aber ich finde, dass der Zeichenstil ziemlich schön ist und gut zur dunklen Atmosphäre passt.
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Ed - Meister des Offensichtlichen.


In besonderen Momenten sieht man statt diesem Dialog auch ein "Standbild", also ein besonderes detailliertes Bild der Situation. Das ist auch immer ganz schön.

Die Kämpfe selber sind eher zweckmäßig gehalten: Alles ist sehr übersichtlich angeordnet und man kriegt schnell einen Überblick darüber, was auf dem Schlachtfeld abgeht. Greift man einen Gegner an, kommt eine kleine Zwischensequenz, die den Angriff zeigt.
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Ed gibt sein Bestes, aber das wird wohl nichts.


Alles in allem ist die Graphik gut, es fehlen aber Höhepunkte. Es wurde mehr Wert auf Übersichtlichkeit gelegt als auf großartige Effekte, was in dem Fall ein Plus ist. Ein paar schöne Zwischensequenzen hätten aber doch sein können...

- Musik/Sound -
Nicht viel zu sagen in diesem Punkt: Angenehm. Die Musik liegt irgendwo im Bereich Rock, zumindest gibt es viele verzerrte Gitarren. Fast jeder Charakter im Spiel hat eine eigene Melodie, was ziemlich cool ist, aber alles in allem ist der Soundtrack nichts, was einem länger hängenbleibt. Bei so einem Spiel ist es aber auch wichtiger, dass die Musik nach einiger Zeit auf die Nerven geht, und das tut sie in keinem Fall.

- Gameplay -
Der zentrale Aspekt des Spiels!

Wer mit der AW-Reihe nicht vertraut ist, ein kurzer Überblick: Man kämpft mit seiner Armee gegen eine andere und versucht, ein bestimmtes Ziel zu erreichen (meistens gegn. Auslöschung/Eroberung des HQs, aber auch andere Missionen wie eine bestimmte Zeit überleben). Dabei stehen einem einige Anfangstruppen zu Verfügung, die jedoch nicht lange reichen, weswegen man mit seinen Einheiten Flughäfen, Fabriken und Häfen erobern muss. Einheiten kosten natürlich Geld, welches eingenommen wird, indem man Städte einnimmt.

Dabei steht einem eine breite Masse an Einheiten zu Verfügung: Setzt man eher darauf, viele billige Panzer zu bauen, oder spart man lieber für den teuersten Panzer des Spiels? Die Entscheidung hängt natürlich stark vom eigenen Geschmack ab.

Hat man seinen Zug beendet, ist der Gegner an der Reihe und versucht einen an der Zielerreichung zu hindern. Danach ist man wieder dran.

Das ist das Grundprinzip des Spiels und es funktioniert eigentlich ganz gut. Die meisten Spielsituationen sind so aufgebaut, dass es in den ersten zwei Runden klar ist, welche Stadt man einnehmen soll oder wen man angreifen muss, danach ist man mehr oder weniger auf sich allein gestellt.

Zusätzlich kann man (ab einem bestimmten Punkt im Spiel) eine Einheit mit dem Kommandanten ausrüsten. Diese Einheit kriegt einen Bonus in Angriff und Verteidigung und auch Einheiten in einem bestimmten Radius um den Kommandanten werden stärker. Die Höhe des Bonus und die Art der unterstützten Einheiten hängen stark vom jeweiligen Kommandanten ab: Ed unterstützt nur Landtruppen in einem ziemlich hohen Radius, ein andere unterstützt nur Flugtruppen, aber der Radius ist (zunächst) nur auf die jeweilige Einheit beschränkt. Werden gegn. Einheiten in diesem "Befehlsradius" angegriffen, steigt eine Leiste um einen Punkt: Bei 6 Punkten vergrößert sich der Radius, bei 12 Punkten vergrößert sich der Radius abermals und der Kommandant kann eine Ko-Kraft einsetzen, die besonders verheerende Wirkung hat. Der Einsatz von Kommandanten bringt also noch einmal eine kleine taktische Note ins Spiel, meist reicht es jedoch, ihn in der Nähe stehen zu haben und nicht sterben zu lassen.

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All your base are belonging to us.


Auch ist jede Einheit stark/schwach gegen eine andere Einheit und es gibt Nah- und Fernwaffeneinheiten. Nur eine gut ausgewogene Armee kann gegen den Gegner bestehen.

Das war es eigentlich zum Gameplay. Vielleicht noch ein Wort zum Schwierigkeitsgrad: Stark variierend. Manche Kämpfe sind so leicht, dass man es kaum fasst, andere (vor allem die letzte Mission) so schwer, dass man sich die Haare raufen will. Man braucht bei den meisten Missionen jedoch immer 4-5 Anläufe, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen (nach einer Mission wird man in Tempo (gebrauchte Züge) - Kraft (mit wie vielen Treffern man Gegner besiegt und wie viele) - Technik (wie viele eigene Verluste im Verhältnis zum Gegner) bewertet, und erhält einen Rang zwischen C (schlecht) und S (gut))

- Umfang -
26 Storymissionen halten einen einigermaßen lang auf, interessant wird es bei den 38 Bonuskarten, die man auch meistern kann. Einige davon haben es nämlich ziemlich in sich!
Innerhalb des Spiels gibt es auch eine Statistik über das Spiel, und hat man in bestimmten Bereichen einen hohen Wert, kriegt man einen Orden - wer z.B. 50 Missionen im S Rang erledigt, kriegt einen S-Rang-Orden. Für Perfektionisten vllt ein Ansporn, aber direkt nach dem Spiel hat man erstmal genug.
Außerdem enthalten ist eine Jukebox mit allen Musikstücken.
Das Spiel ist auch im Multiplayer spielbar und sorgt sicher für den ein oder anderen für interessante Stunden.

Das war es auch schon, richtig viel gibt es nicht an Extrakrams, aber das Spiel fesselt schon für einige Zeit.

- Fazit -
Man kriegt das Spiel für unter 10€, man sollte für den Preis definitiv mal reinschauen, wenn man auf TBS steht. Ich hatte Spaß mit dem Spiel, aber auch einiges an Stress, aber das motiviert einem (nach Abschalten des DS ;) ) nur noch mehr, es nochmal zu versuchen.

Achja: Die europäische und die amerikanische Version unterscheiden sich von der Übersetzung her, selbst alle Namen wurden anders übersetzt. Wundert euch also nicht, wenn auf nem Bild "Will" steht und im Text Ed.

Alle Bilder von gamefaqs.com oder wikipedia.org.
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Viktor hat geschrieben:Heh, I'll make sure you can never make that grin again. I'll chop you up! Grind you up! Dry you in the sun! Break you to pieces! Bury you in the ground! Piss on you! Then I'll dig you up! Pull you! Stretch you! Drag you around! And then, and then, in any case, I'll never forgive you!!!

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